Gang durch die Kirche

Die Gebäudeform

Auffällig ist die Gebäudeform der Heilig-Kreuz-Kirche. Es ist nicht die weit verbreitete Längsform, sondern ein Zentralbau. Da manchen aber die Längsform als die einzig mögliche galt, musste sich der Architekt, Regierungsbaumeister Alfred Schmidt, Stuttgart, eigens mit dieser Form auseinandersetzen. Er schrieb dazu: „Der Zentralbau verkörpert in idealer Weise die Raumform der Ruhe. Er ist deshalb wie geschaffen, um dem ruhelos gewordenen Leben, um den gehetzten Menschen einen ruhenden Pol zu geben.


Und: „Das Langhaus hat zu einer gewissen Rangordnung der Plätze geführt … . Diese Abstufung nach Rang und Stand wird heute als nicht mehr zeitgemäß empfunden. Hier kommt mir eine Äußerung in den Sinn, die einmal ein schlichter Handwerker beim ersten Betreten einer modernen Zentralkirche getan hat. Er sagte: ‚Hier komme ich mir gleichrangig vor.’ Das sollte zu denken geben. Die Unterschiede von vorne und hinten, von hoch und nieder, sind in den Zentralkirchen tatsächlich fast aufgehoben. Man hört und sieht von allen Plätzen gleich gut und fühlt sich dem Altar und Priester überall gleich nahe.“

Das Kreuz auf der Kirche

Das Kreuz mit den drei Ringen und den drei Kugeln über dem Türmchen verweist auf den Namen der Kirche und auf die Heiligste Dreifaltigkeit.

 

Ebenso das sich über dem Haupteingang befindende Ankerkreuz mit Fischpaar über dem Erdball mit Evangelistensymbolen.

Die Weihwasserbecken

mit figürlichen Darstellungen erinnern den Eintretenden daran, dass es die Taufe ist, durch die man zur Kirche gehört. Die Becken wurden 1971 von Hermann Stadelmaier, Schwäbisch Gmünd, geschaffen. Am Haupteingang sind dargestellt: Mose schlägt das Wasser aus dem Felsen; Taufe Jesu am Jordan, am Seiteneingang: Odysseus am Mastbaum segelt an den Sirenen vorüber, d. h. der Christ, gebunden an das Kreuz Christi fährt im Schiff der Kirche an den Gefahren der Welt vorbei in die ewige Heimat.

Die Kuppel

Das Dreifaltigkeitsthema, das schon im Kreuz auf der Kirche eine Rolle spielt, wird auch in der Kuppel in den Symbolen der in sich verschlungenen Kreise und im vergoldeten Kuppelabschluss (sog. „Auge Gottes“) wieder aufgenommen.

Die Orgel

Zunächst hatte sich die Gemeinde mit einem Harmonium begnügen müssen. Um die jetzige Orgel aufstellen zu können, wurde die Empore vergrößert. Am 19. September 1971 konnte  Weihbischof Anton Herre die Orgel mit 2 Manualen, 19 Registern und 1330 Pfeifen weihen.


Orgelbauer Peter Paul Köberle, Schwäbisch Gmünd; Disposition: Hubert Beck, Gmünd; Prospekt: Architekt Heinz Bauer

Die Seitenfenster

Im September 1971 wurden die farbigen Fenster eingebaut. Künstlerin: Anne-Marie Mayer-Obst. Ausführung: Glaswerkstätte Hans Bernhardt, Ravensburg.


Die Fenster sollten möglichst lichtdurchlässig sein, um die Kirche nicht zu verdunkeln. „Der Gedanke beim Entwurf war, die Fenster von den Beichtstühlen ausgehend zum Altar hin zu steigern hinsichtlich Farben und Bewegung. Die Farben durch die Gläser, die Bewegung durch die Betonführungen. Letztere sollen in starker Bewegung das Hindrängen zum Göttlichen zeigen, unterstützt durch die Farben.


Nahe den Beichtstühlen herrschen die violetten Farben vor, satte, warme Farbklänge, unterbrochen von wenig lichten oder roten Farben. Violett als Farbe der Verinnerlichung, der Meditation, der inneren Ruhe und Sammlung, ebenfalls der Buße. … Weiß, zart-türkis und zart-blau bringen das Licht, die Transzendenz hinein. Je mehr sich die Fenster dem Altar nähern, desto leuchtender werden sie auf der Südseite, während in den Nordfenstern nach den violetten, roten, nahe dem Beichtstuhl, die Mittelfenster in lebhaften Farben, gleich dem unruhigen Leben, gestaltet sind, und schließlich in die Vollendung im 10. Fenster nahe dem Altar münden.“

Das Taufbecken

Mit Wellen und Feuerzungen nimmt der Deckel des Taufbeckens Bezug auf das biblische Motiv der Wasser- und Geisttaufe. Die Taube darüber erinnert an die biblische Überlieferung der Taufe Jesu und korrespondiert nicht nur mit einem Weihwasserbecken im Eingangsbereich, sondern auch mit dem Symbol der Dreifaltigkeit in der Kuppel.

Der Kreuzweg

Der Kreuzweg der Stuttgarter Künstlerin Hilde Reiser war zunächst eine Leihgabe in der Fastenzeit 1972, bevor er 1973 gekauft wurde.

Er ist stark in Blautönen gehalten. Auffallend ist die weiße Gestalt des verurteilten und leidenden Herrn, der in der Kreuzigung mit seinem Kreuz verschmilzt.

Das letzte Bild (an der Sakristei) gehört nicht in diesen Zyklus, ist aber sehr sinnvoll. Es zeigt die Vollendung einer Vision des himmlischen Jerusalems.

Der Ambo

„Dem Künstler war der Auftrag gegeben, eine Bronzeplatte mit dem Gleichnis Jesu‚ ein Sämann ging aus seinen Samen zu säen (Mt 13,1-23 parr.), zu gestalten. Durch die Platte zieht sich der Weg, gewunden, eingefurcht, verschlungen – ein Sinnbild des Lebens, des Suchens und des mühsamen Gehens. Mitten in den Lebensweg wird der Same des Wortes Gottes gestreut. … Die Gaben oder Früchte des Geistes hat der Künstler in Feldern angeordnet, die sich zu beiden Seiten des Weges ausbreiten: Frieden, Geduld, Langmut, Dankbarkeit, Verzeihen, Lobpreis, Erbarmen, Hoffnung, Freude, Demut, Keuschheit und als die Haupttugend, das zusammenschließende Band der Vollkommenheit: die Liebe im Mittelfeld des Ambos.

Gestaltet ist der Ambo von Hermann Stadelmaier, Schwäbisch Gmünd.
Die Platte ist in Bronze gegossen.

Der Tabernakel

Der Tabernakel zeigt das Letzte Abendmahl Jesu. Er wurde 1964 von Sepp Baumhauer, Schwäbisch Gmünd, in Bronze geschaffen.

Das Kreuz

Hier gehen Meinungen der Kunstgeschichtler um ein Jahrhundert auseinander. Dr. C. G. Herzog zu Mecklenburg vom Diözesanmuseum Rottenburg kam zum Ergebnis: „sehr qualitätsvolle Arbeit des späten 16. Jh.“


Das Kreuz wurde 1970 erworben und am 30. April 1971 in der Kirche aufgestellt.

Das Vortragskreuz

Das für Uhingen geschaffene Standkreuz mit Corpus stammt von Hermann Stadelmaier, Schwäbisch Gmünd. Es ist eine Feinsilbertreibarbeit, die über einem Holzkern geschlagen wurde.

Die Madonna

Sie konnte im August 1968 aus Privatbesitz erworben werden.


Im Gutachten der Staatsgalerie Stuttgart vom 16. Aug. 1968 heißt es:


„Alter um 1600 (1595/1610). Möglich, dass die Madonna vom Westen her stammt. Nicht unmöglich, dass sie aus Mainz stammt. Auch italienischer Einfluss möglich.
Alte Fassung, die in den Gesichtern noch verbessert werden kann. ...Genaue Lokalisierung ist nicht möglich.“

Die Glocken und der Glockenträger

1948 – Die Kirchengemeinde erhält ihre erste Glocke vom diözesanen Glockenfriedhof in Wernau. Sie ist dem Hl. Apostel Bartholomäus geweiht. Gegossen wurde sie in Lauingen/Donau im Jahr 1923. Ihr Schlagton ist c’’ bei einem Gewicht von ca. 350-400 kg.
1950 – Erster Plan von Architekt Alfred Schmidt für einen Glockenturm.
1955 – Weihbischof Sedlmeier weiht die fertiggestellte Hl. Kreuz-Kirche.
1995 – Zweiter Plan von Architekt Oskar Barth für einen Glockenträger.
1980 – Fa. Bachert in Friedrichshall gießt im Auftrag von Vinzenz Fischer die zweite Glocke zu Ehren des Heiligen Kreuzes aus Dankbarkeit für die glückliche Heimkehr aus russischer Kriegsgefangenschaft.
Ihr Schlagton ist d’ und ihr Gewicht beträgt 1224 kg. Als Inschrift ziert sie der Anfangsvers des lat. Kreuzhymnus: „Vexilla regis prodeunt, fulget crucis mysterium.“ (vgl. Gotteslob 813,1).
2002 – Nach KGR-Beschluss zur Innenhofsanierung erste Überlegungen zur endgültigen Errichtung des Glockenturms.
2006 – Der Kirchengemeinderat beschließt den Bau eines Glockenträgers, nachdem das bischöfliche Ordinariat die Maßnahme genehmigt hat.
2007 – Der Glockenträger wird nach neuen Plänen von Architekt Gerold Reutter fertiggestellt und das Kreuz auf der Turmspitze aufgesteckt.
2007 – Die großzügige Spende eines Gemeindemitgliedes ermöglicht am 15. Juni den Guss der dritten Glocke bei der Fa. Bachert in Karlsruhe.
Am 16. September 2007 weiht stellv. Dekan Pfr. Robert Lukaschek die Glocke mit dem Schlagton f’ zu Ehren der Gottesmutter Maria. Sie hat ein Gewicht von 1039 kg. Sie ist die sog. „Angelus-Glocke“, d.h. sie läutet dreimal täglich um 6.00, 12.00 und 18.00 Uhr zum Engel des Herrn.
2011 – Am 09. Dezember kann dank einer weiteren großzügigen Spende vom heimatvertriebenen Gemeindemitglied Paul Herok die vierte Glocke zu Ehren des Heiligen Josef gegossen werden, ebenfalls bei der Fa. Bachert in Karlsruhe.
2012 – Am 11. März weiht der Stellvertretende Dekan Pfr. Robert Lukaschek die Glocke mit dem Schlagton a’ und einem Gewicht von 500 kg. Sie läutet täglich zum Gedenken der Toten der beiden Weltkriege und der alten und neuen Heimat. Ihre Glockenzier ist das große Uhinger Friedhofskreuz mit der Aufschrift: „Den Toten der Heimat“.
Nach über 60 Jahren des Wartens und schier endlosem Auf und Ab wird das gute Werk mit Gottes Segen vollendet. 
D E O  G R A T I A S !