Beichte

                                       „Vergebt einander,

              weil auch Gott euch durch Christus vergeben hat.“

                                           (Epheser 4,32)

Vergebung ist etwas, das jeder Mensch immer wieder erfahren muss. Denn keiner ist perfekt. Jeder wird schuldig, immer wieder: an sich selbst, gegenüber anderen, gegenüber Gott.
Diese Vergebung geschieht im Alltag, wenn man sich nach einem Streit wieder die Hand reicht, wenn man um Entschuldigung bittet oder eine Entschuldigung annimmt und bei vielem anderen mehr.
Mitunter spürt man aber auch, dass man eine schwere Last mit sich herumschleppt. Hier kann es gut tun zu wissen, dass man auch in der Schuld noch in der Liebe Gottes bleibt.

Ein besonderes Angebot unserer Kirchen ist das Beichtgespräch / Sakrament der Beichte. Der Mensch stellt sich seiner eigenen Sünden und übernimmt Verantwortung dafür. Im persönlichen Gespräch mit dem Pfarrer / Priester werden die Sünden vor Gott gebracht; und der Mensch bekommt die Zusage von Gottes Vergebung / die Lossprechung von seinen Sünden.

Beichte und Vergebung sind etwas sehr Tiefgehendes und Veränderndes.

Beichte meint ein wirkliches Erkennen von Ungutem, Unrechtem, mit dem ich einem Anderen, unserer Beziehung und letztlich mir selber Schaden zugefügt und damit Gottes guten Willen verfehlt habe. Beichte meint erkennen und bereuen und von ganzem Herzen mich ändern wollen – und dafür von Gott Vergebung erbitten und Kraft zu einem besseren Leben.

Vergebung Gottes bedeutet sein Versprechen, dass wir durch keine Schuld aus seiner Liebe herausfallen; dass er gnädig ist – um Jesus Christi willen, durch seine Erlösung; und dass er uns deshalb immer wieder einen neuen Anfang schenkt und helfen will, neue, bessere Wege zu gehen – in seinem Geist der Liebe und nach seinem guten Willen.

In der katholischen Kirche gilt die Beichte als Sakrament.

 

 

Evangelische Praxis

In der evangelischen Kirche gibt es keine regelmäßige Praxis der Einzel-Beichte beim Pfarrer. Es besteht aber die Möglichkeit zu einem seelsorgerlichen Gespräch, in dem Schuld und Versagen ausgesprochen werden können, Belastung durch Fehler und ungute Entwicklungen in Beziehungen. Das Aussprechen beim Pfarrer und das gemeinsame Vor-Gott-Bringen, die Bitte um Gottes Vergebung, der persönliche Zuspruch seiner Gnade – das kann heilsam wirken und befreien zu neuen Wegen.
Wenn Sie ein solches seelsorgerliches Gespräch wünschen, wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihren Pfarrer. Alles, was in einem solchen Gespräch gesprochen wird, ist streng vertraulich; niemand anderes darf davon erfahren.

Das Sündenbekenntnis hat seinen Platz auch im Abendmahl, das ja auch den Charakter eines „Mahls der Vergebung“ hat. In der Eingangsliturgie zum Abendmahl ist deshalb ein gemeinsames Beichtgebet der Gemeinde vorgesehen, dem der Zuspruch von Gottes Vergebung folgt.

Der Gottesdienst am Buß- und Bettag (Mittwoch vor dem Ewigkeitssonntag, elf Tage vor dem ersten Advent) ist in besonderer Weise thematisch mit Beichte und Vergebung verbunden. In diesem Gottesdienst soll Zeit und Raum sein, über Fehler und Irrwege im persönlichen wie im gesellschaftlichen Leben nachzudenken, dies vor Gott zu bringen, auf seine Vergebung und Kraft zur Erneuerung zu hoffen und eine Kurskorrektur oder Umkehr in den Blick zu nehmen.

 

 

Katholische Praxis

Gelegenheit zur Beichte besteht in Uhingen regelmäßig donnerstags nach der Abendmesse. Wer zu einer anderen Zeit ein Beichtgespräch wünscht, wende sich an Pfarrer Urban Dreher

Telefon: 07163 / 52834

E-Mail: HerzJesu.Ebersbachdontospamme@gowaway.drs.de

 

oder an Pfarrer Robert Dürbach

Telefon: 07161 / 31888

E-Mail: Robert.Duerbachdontospamme@gowaway.drs.de



Jeder Gläubige ist eingeladen, zumindest einmal jährlich, bevorzugt vor Ostern, zur Beichte zu gehen.

Die sakramentale Lossprechung von den Sünden hat folgenden Wortlaut: "Gott, der barmherzige Vater, hat durch den Tod und die Auferstehung seines Sohnes die Welt mit sich versöhnt und den Heiligen Geist gesandt zur Vergebung der Sünden. Durch den Dienst der Kirche schenke er dir Verzeihung und Frieden. So spreche ich Dich los von Deinen Sünden im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen."

Bußgottesdienste
Vor Ostern und vor Weihnachten ist die Gemeinde darüber hinaus zu einem Bußgottesdienst eingeladen. In einer solchen Feier wird deutlich, dass man auf seinem Weg der Hinwendung zu Gott nicht der einzige ist, der immer wieder einen Umweg geht. Im gemeinsamen Beten und Singen unterstützen sich die Feiernden auf ihrem Weg zu Gott.